

Nach der ersten Kippe vor der Tür machte er sich sofort noch eine an, die er im Gegensatz zur ersten langsam und voller Genuss rauchte, dabei schaute er auf den Fluss. Was verdammt war mit dieser Frau los? Was machte er noch hier? Warum taten sie sich das an? Sie verschwendeten seine Zeit! Mit all dem hatte er nichts mehr zu tun, und sie doch genauso wenig! Höchste Zeit, dass sie das endlich begriff, wenn sie es ernst meinte, mit sich und mit ihm und mit allem. Schluss mit der Höflichkeit! Schluss mit dem Rumgeeiere! Was scherten ihn diese Leute noch? So sehr er sich vor ein paar Stunden noch geschämt hatte, jetzt wusste er, er war genau richtig, und es war falsch, so zu tun, als sei er jemals ein anderer gewesen. Und er schwor sich, das nie mehr zu vergessen. Trau dich, dachte er, mach dem ganzen Scheiß ein Ende.
Nicht kompliziert, bloß anders: eine bessere Welt!
»Eine bessere Welt ist möglich (Sex und SozialkritikI III)«
Roman
De luxe-Ausgabe (Hardcover) €36 564 S.
978-3-819755-38-3
Gebrauchsausgabe (Taschenbuch) 22€ 556 S.
978-3-819755-40-8
eBook €11,99
978-3-819756-44-3
Im Handel erhältlich oder direkt hier
Optimistisch oder (schwer) ramponiert, geläutert, befreit, von sich selbst überrascht, voller Tatendrang oder einfach beseelt: Der wilde Trip durch die Klassengesellschaft lässt keine:n unberührt zurück. So findet am Tag des WM-Finales 2018 nicht nur Julien endlich zu sich selbst, sondern auch (fast) alle anderen zueinander: vier verliebte Männer, zwei Frauen im Aufbruch — und zwei, mit denen noch zu rechnen ist … Der Abschluss der Trilogie »Sex und Sozialkritik»:
ein Buch der Hoffnung.
mehr zur Trilogie


»Woher weißt du eigentlich, dass die Leute nichts tun?«, fragte Julien. »Wieso glaubst du, jemand hängt den ganzen Tag nur rum, wenn er Geld vom Staat bekommt?« Er machte sich die nächste Zigarette an.
»Weil der Druck fehlt«, antwortete Thies bestimmt. »Der Anreiz. Hat ja nicht jeder einen so geilen Job wie du und geht dann weiter arbeiten. Da würd ich wahrscheinlich auch lieber rauchend auf dem Sofa liegen und netflixen.«
Julien ignorierte diese Spitze, er beugte sich zu ihm vor. »Es könnte aber doch sein – es könnte ja sein, dat so jemand … sich um die Kinder von einer Freundin kümmert, die könnte sonst nicht arbeiten gehen, weil die weiß nämlich nicht, wohin mit den Pänz, weil einen Kitaplatz kriegt sie erst nächstes Jahr. Oder die kümmert sich um die jüngeren Geschwister. Oder um die alte Frau, die zwei Etagen drüber wohnt, kauft für die ein, der Fahrstuhl ist nämlich kaputt, und putzt für die, ist für die da, die Frau müsste sonst vielleicht irgendwann ins Heim, weil ihr Sohn hat keine Zeit, sich zu kümmern. Weil der zwei Jobs hat, weil der eine reicht nicht aus zum Leben«, sagte er ruhig. »Aber dat Heim können die sich wahrscheinlich eh nicht leisten, also—«
Einmal quer durch die Klassengesellschaft!
»So oder so (Alles muss sich ändern) (Sex und Sozialkritik II)«
Roman
De luxe-Ausgabe (Hardcover) €44,99 768 S.
978-3-8190-4724-4
Gebrauchsausgabe (Taschenbuch) 25,99€ 760 S.
978-3-8190-4725-1
eBook €12,99
978-3-8190-4727-5
Im Handel erhältlich oder direkt hier
So oder so, alles muss sich ändern: (Lebens-) Lügen, »Fake News« oder (Betriebs-) Geheimnisse: Alles kommt ans Licht. Doch denen, die es wagen, in die eigenen Abgründe und über den Tellerrand zu schauen, eröffnen sich neue Perspektiven, überraschende Allianzen entstehen – und überall erblüht die Liebe: Eine bessere Welt ist möglich! Teil 2 der Trilogie »Sex und Sozialkritik«
mehr zur Trilogie


»Sich einen Buchhändler zum Geliebten zu nehmen ist schlau, wenn man selbst nicht so viel Ahnung hat. Buchhändler sind belesene Leute, aber weniger dünkelhaft als Akademiker. Sie haben Bodenhaftung und lassen andere gern an ihrem Wissen teilhaben. Und sie können sich alles vorstellen, auch Menschen und Zustände, die es in der wirklichen Welt so eigentlich nicht gibt.
Es dauerte nicht lange, bis Henry herausfand, was es mit Julien auf sich hatte: Dass er aus dem Nichts kam und hinaufstrebte in die Wirklichkeit, in Anerkennung und Wohlstand. Aber das störte Henry nicht. Er konnte sich eben wirklich alles vorstellen, nicht nur, weil er Buchhändler war, sondern Henry.«
Eine queere Ost-West-Lovestory
»Julien und Henry«
Eine Liebesgeschichte aus dem Berlin der Jahrtausendwende
52 S.
978-3-819031-58-8
gebunden €14
978-3-819031-59-5
eBook €4,99
Im Handel erhältlich oder direkt hier
November 1999. Henry, der Buchhändler aus dem Osten, und der geheimnisvolle Julien, der aus dem Westen nach Berlin geflohen ist, schließen einen Pakt: Einer verhilft dem anderen zu seinem Glück, egal, wie lange es dauern wird!
Sieben Jahre bleiben sie zusammen – sieben schicksalhafte Jahre, die ihr Leben für immer verändern werden …
»Julien und Henry« ist ein Auszug aus »So oder so (Alles muss sich ändern)«, dem zweiten Tel der Trilogie »Sex und Sozialkritik«.
mehr zur Trilogie


»Er kannte diesen Blick. Sein Leben lang schon musterten sie ihn, manchmal offen feindselig, manchmal dezent. Nicht selten war ihnen selbst unangenehm, dass sie es taten, trotzdem taten sie es. Hielten sie ihn zunächst für einen Ausländer der lästigen, unerwünschten Sorte, so wurde er durch die beiden magischen Worte zu einem interessanten Fremden, einem Kosmopoliten, einem Künstler vielleicht, Schriftsteller oder Architekten, und die je nach dem kritische oder besorgte Miene wich einem erleichterten Lächeln. Harriet betrachtete ihn wahrscheinlich als eine Romanfigur, das war sicher nicht das Schlechteste.«
Sozialkritik in sexy!
»Julien Lemaire (Sex und Sozialkritik I)«
Roman
De luxe-Ausgabe (Hardcover) €34 480 S.
978-3-818705-43-5
Gebrauchsausgabe (Taschenbuch) 18€ 444 S.
978-3-818705-98-5
eBook €11,99
978-3-818708-00-9
Im Handel erhältlich oder direkt hier
Für Julien, Glücksritter mit Migrationsgeschichte, läuft es eigentlich gut: Der preisgekrönte Gestalter genießt ein Leben in Wohlstand und Erfolg. Endlich scheinen sich ihm auch die Tor zur besseren Gesellschaft zu öffnen, als ihm das Schicksal in die Quere kommt … Denn eine Mail, die doch noch aus dem Spam gerettet wird, verändert nicht nur sein Leben, sondern auch das der Menschen, die ihm begegnen: durch die Erfahrung, einmal in die Wirklichkeit der Anderen einzutauchen – und den Sex, der keine Klassenschranken kennt.
mehr zur Trilogie


»Weihnachten war für Julien nichts anderes als Silvester, Ostern oder der eigene Geburtstag. Was gab es zu feiern und mit wem? Wen sollte er treffen, wen beschenken, von wem sich beschenken lassen? Diese Tage, die ein Mensch in der Regel in Gesellschaft verbrachte, gehörten Julien ganz allein: Es gab keine Mails, weder Anrufe noch Nachrichten, niemand wollte etwas von ihm. Und da ihm auch keiner etwas schenkte, beschenkte er sich selbst: Seit seinem sechzehnten Lebensjahr arbeitete er an diesen besonderen Tagen, er tat es ja gern, immer, und so auch Weihnachten 2017.«
Nach dem Fest ist vor dem Fest …
»Als sie sich noch nicht kannten«
Erzählungen
88 Seiten
978-3-7584-6966-4
gebunden €16
978-3-759809-19-3
eBook €4,99
im Handel erhältlich oder direkt hier
Julien entwirft in der Stille seines Glaspalasts am Fleet, Elli sitzt wieder verlassen in Barmbek; Thies wird auf einem Empfang an der Elbchaussee glänzen, im selbstgewählten Berliner Exil feiert Harriet ihre Unabhängigkeit. Und während Henning längst duhn unter dem elterlichen Weihnachtsbaum liegt, schwört sich Siegfried in der U-Bahn nach Hause zum achtundvierzigsten Mal: Nächstes Jahr wird alles besser, ganz bestimmt!
Weihnachten 2017, sechs Menschen, wie sie verschiedener nicht sein könnten: Wie war das damals, als sie sich noch nicht kannten?
Der Erzählungsband ist Overtüre, Teaser, Vorspiel zur Romantrilogie »Sex und Sozialkritik«.


»Lange hält Thies es nicht mehr aus. Warum hat er sich so lange etwas vorgemacht? Und warum hat er es mit Lemaire so lange hinausgezögert?
Weil das Gefühl, das Thies genauso wenig kennt wie Eifersucht, die Angst ist. Er kennt sie nicht, weil er sie verdrängt. Thies hat Angst vor dem ersten Mal mit einem Mann. Nicht vor Härte und Schmerz und Scheiße, sondern davor, sich zu verlieren, und was mit ihm passiert, wenn er sich einem Mann hingibt. Was soll denn werden, wenn das alles so gut ist, dass er danach nicht mehr zurück kann?«
»Queeres entdecken 2023«
Anthologie
247 Seiten
978-3-384-04950-6 gebunden €19,50
978-3-384-04949-0 Taschenbuch €14
978-3-384-04951-3 eBook €4,99
Kurzgeschichten, Gedichte, Roman- und Sachbuchauszüge vom 3. LITFEST homochrom
Die Anthologie enthält das Kapitel »Expect the unexpected« aus meinem Roman »Julien Lemaire«, erster Teil der damals noch unveröffentlichten Romantrilogie »Sex und Sozialkritik« (erschienen im Herbst 2024).
Mit diesem Beitrag habe ich den Roman-Chromie gewonnen, den Publikumspeis in der Kategorie Romane.
Das Kapitel wurde für diesen Beitrag leicht gekürzt.